LinkedIn führt kollaborative Beiträge ein
So nutzt Du die neue Funktion sinnvoll

Mit kollaborativen Beiträgen kannst Du Inhalte gemeinsam mit anderen Personen oder Unternehmensseiten veröffentlichen. Dadurch werden echte Kooperationen sichtbarer und ein Beitrag kann mehrere relevante Netzwerke erreichen.

LinkedIn testet und erweitert laufend neue Funktionen. Eine davon ist mir kürzlich direkt beim Erstellen eines Beitrags aufgefallen: «Teammitglieder hinzufügen».

Der Name ist etwas missverständlich. Du musst dafür weder ein internes Team führen noch mit der eingeladenen Person im gleichen Unternehmen arbeiten. Hinter der Funktion stecken sogenannte kollaborative Beiträge.

Damit kannst Du einen LinkedIn-Beitrag gemeinsam mit anderen Personen oder Unternehmensseiten veröffentlichen.

Doch was bringt das konkret? Ist das einfach ein neuer Reichweitentrick? Und wann lohnt es sich, diese Funktion einzusetzen?

Schauen wir es uns genauer an.

Was sind kollaborative Beiträge auf LinkedIn?

Bei einem kollaborativen Beitrag lädst Du andere LinkedIn-Mitglieder oder Unternehmensseiten dazu ein, offiziell an Deinem Beitrag mitzuwirken.

Du kannst aktuell bis zu fünf Mitwirkende einladen. Der Beitrag muss öffentlich veröffentlicht werden. LinkedIn stellt die Funktion schrittweise zur Verfügung, weshalb sie möglicherweise noch nicht bei allen Profilen sichtbar ist.

Kollaborative Beiträge sind unter anderem möglich mit:

  • Textbeiträgen
  • einzelnen Bildern oder Bildergalerien
  • Videos
  • Dokumenten
  • Links
  • Umfragen
  • Veranstaltungen

Damit eignet sich die Funktion für viele unterschiedliche Inhalte, von einem gemeinsamen Veranstaltungsrückblick bis zu einem Fachbeitrag mit mehreren Perspektiven

Wie funktioniert «Teammitglieder hinzufügen»?

Du erstellst Deinen LinkedIn-Beitrag zunächst wie gewohnt.

Im Beitragsfenster findest Du neu die Schaltfläche «Teammitglieder hinzufügen». Dort kannst Du nach passenden Kontakten oder Unternehmensseiten suchen und sie auswählen.

Der Ablauf sieht ungefähr so aus:

  1. Du klickst auf «Beitrag beginnen».
  2. Du schreibst Deinen Text und ergänzt bei Bedarf ein Bild, Video, Dokument oder eine Umfrage.
  3. Du klickst auf «Teammitglieder hinzufügen».
  4. Du wählst bis zu fünf Kontakte oder Seiten aus.
  5. Du veröffentlichst den Beitrag.
  6. Die eingeladenen Mitwirkenden erhalten eine Einladung und können diese annehmen oder ablehnen.

Erst wenn eine eingeladene Person zustimmt, wird sie offiziell als Mitwirkende beim Beitrag angezeigt.

Lehnt sie ab oder reagiert nicht, bleibt der Beitrag weiterhin auf Deinem Profil bestehen.

Was bringt ein kollaborativer Beitrag?

Der grösste Vorteil liegt darin, dass eine Zusammenarbeit nicht nur im Text erwähnt, sondern direkt am Beitrag sichtbar gemacht wird.

Bei einer normalen Erwähnung mit dem @-Zeichen wird eine Person lediglich markiert. Bei einem kollaborativen Beitrag wird sie offiziell als Mitwirkende aufgeführt.

Das kann mehrere Vorteile haben.

  1. Gemeinsame Projekte werden klarer sichtbar

Angenommen, Du hast gemeinsam mit einer anderen Person einen Workshop durchgeführt, ein Kundenprojekt umgesetzt oder eine Veranstaltung organisiert.

Bisher hast Du die andere Person vielleicht im Text markiert. Mit der neuen Funktion könnt Ihr nun deutlich zeigen:

Dieser Beitrag und dieses Projekt gehören zu uns beiden.

Das wirkt glaubwürdiger als eine einfache Erwähnung.

  1. Der Beitrag kann mehrere Netzwerke erreichen

LinkedIn beschreibt die Funktion ausdrücklich als Möglichkeit, damit mehr Menschen einen Beitrag sehen und mit ihm interagieren können.

Ein gemeinsamer Beitrag kann somit nicht nur Menschen aus Deinem Netzwerk erreichen, sondern auch Kontakte der beteiligten Personen oder Follower der eingebundenen Unternehmensseiten.

Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass jeder kollaborative Beitrag grosse Reichweite erzielt. Wie bei allen LinkedIn-Beiträgen bleiben Inhalt, Relevanz und echte Interaktion entscheidend.

  1. Fachwissen lässt sich verbinden

Nicht jedes Thema muss von einer einzigen Person vollständig abgedeckt werden.

Vielleicht bringst Du die Marketingperspektive ein, während eine andere Person das technische Wissen ergänzt. Oder Du zeigst die Sicht einer Kursleiterin und bindest gleichzeitig eine Kundin oder einen Kunden mit praktischer Erfahrung ein.

So entstehen Beiträge, die inhaltlich mehr Tiefe bieten.

  1. Kooperationen wirken persönlicher

Gemeinsame Inhalte können Vertrauen schaffen. Sie zeigen, mit wem Du arbeitest, welche Beziehungen hinter Deinen Projekten stehen und wie unterschiedliche Kompetenzen zusammenspielen.

Gerade für Selbstständige und kleine Unternehmen ist das wertvoll. Denn KundInnen kaufen nicht nur eine Leistung. Sie möchten häufig auch wissen, wer dahintersteht und wie eine Zusammenarbeit abläuft.

Was ist der Unterschied zu einer normalen Markierung?

Eine normale Markierung funktioniert weiterhin so:

Du erwähnst eine Person oder Seite mit dem @-Zeichen im Beitrag. Die erwähnte Person wird benachrichtigt, ist aber nicht automatisch Mitwirkende des Beitrags.

Beim kollaborativen Beitrag wird die eingeladene Person hingegen offiziell dem Beitrag zugeordnet, sobald sie die Einladung annimmt.

Der Unterschied lässt sich so zusammenfassen:

Markierung:
«Diese Person kommt in meinem Beitrag vor.»

Kollaborativer Beitrag:
«Diese Person hat offiziell an diesem Beitrag oder Thema mitgewirkt.»

Das ist ein wichtiger Unterschied. Deshalb solltest Du die Funktion auch nur dann verwenden, wenn wirklich eine Zusammenarbeit besteht.

Wer kann den Beitrag bearbeiten?

Die Verantwortung bleibt bei der Person oder Seite, die den Beitrag ursprünglich erstellt hat.

Nur der ursprüngliche Ersteller kann den Beitrag bearbeiten sowie Mitwirkende hinzufügen oder entfernen. Eingeladene Mitwirkende können sich selbst jederzeit aus dem Beitrag entfernen.

Das bedeutet:

Ihr schreibt nicht gleichzeitig wie in einem gemeinsamen Dokument am Text. Eine Person erstellt und verwaltet den Beitrag. Die anderen bestätigen lediglich ihre offizielle Mitwirkung.

Deshalb empfehle ich, den Inhalt vor der Veröffentlichung gemeinsam abzustimmen. Besonders dann, wenn KundInnen, Partnerunternehmen oder mehrere Unternehmensseiten beteiligt sind.

Wann lohnt sich die neue Funktion?

Kollaborative Beiträge sind besonders sinnvoll, wenn der Inhalt tatsächlich aus einer Zusammenarbeit entstanden ist.

Geeignete Beispiele sind:

Gemeinsame Kundenprojekte

Du hast mit einer Fotografin, einem Webdesigner, einer Texterin oder einem SEO-Spezialisten an einem Projekt gearbeitet.

In einem gemeinsamen Beitrag könnt Ihr zeigen, wie die verschiedenen Leistungen zusammenspielen.

Workshops und Veranstaltungen

Ein Workshop wurde von mehreren Personen geleitet oder von verschiedenen Organisationen veranstaltet.

Hier bietet sich ein gemeinsamer Rückblick an, bei dem alle beteiligten Profile oder Seiten sichtbar werden.

Interviews und Fachgespräche

Du veröffentlichst Erkenntnisse aus einem Gespräch mit einer Fachperson.

Statt die Person nur zu markieren, kann sie als offizielle Mitwirkende eingebunden werden.

Kooperationen zwischen Unternehmen

Zwei Unternehmen entwickeln gemeinsam ein Angebot, führen eine Veranstaltung durch oder unterstützen ein Projekt.

Ein kollaborativer Beitrag macht die Verbindung zwischen beiden Seiten direkt sichtbar.

Vereinsarbeit und ehrenamtliche Projekte

Auch bei Vereinen, Netzwerken oder freiwilligen Einsätzen kann die Funktion hilfreich sein.

Zum Beispiel können ein Verein, eine Partnerorganisation und beteiligte Personen gemeinsam über einen Anlass oder eine Aktion berichten.

Wann würde ich darauf verzichten?

Nicht jeder Beitrag wird besser, nur weil mehrere Namen darüberstehen.

Ich würde die Funktion nicht verwenden, wenn:

  • die eingeladene Person mit dem Inhalt kaum etwas zu tun hat
  • jemand nur wegen seiner grossen Reichweite hinzugefügt wird
  • die Zusammenarbeit im Beitrag nicht nachvollziehbar ist
  • mehrere Profile regelmässig identische gemeinsame Beiträge veröffentlichen
  • die eingeladenen Personen vorab nicht informiert wurden

Ein kollaborativer Beitrag sollte sich für die LeserInnen logisch anfühlen.

Fragen sie sich beim Lesen «Warum ist diese Person hier eigentlich beteiligt?», wurde die Funktion vermutlich nicht passend eingesetzt.

Kein Freipass für künstliche Reichweite

Neue LinkedIn-Funktionen lösen fast immer dieselbe Hoffnung aus:

Vielleicht bringt mir das endlich mehr Reichweite.

Natürlich kann ein kollaborativer Beitrag zusätzliche Sichtbarkeit schaffen. Doch Sichtbarkeit allein ist kein Ziel.

Ein Beitrag sollte weiterhin:

  • für die Zielgruppe relevant sein
  • einen klaren Gedanken vermitteln
  • verständlich geschrieben sein
  • echte Erfahrungen oder Fachwissen zeigen
  • zu einem Gespräch einladen

Fünf Mitwirkende retten keinen belanglosen Inhalt.

Oder etwas direkter gesagt: Ein schwacher Beitrag wird nicht automatisch gut, nur weil mehrere Menschen danebenstehen.

Tipps für einen guten kollaborativen Beitrag

Bevor Du andere Personen oder Seiten einlädst, kläre drei Fragen.

Was verbindet uns mit diesem Inhalt?

Die Zusammenarbeit sollte im Beitrag deutlich werden. Schreibe beispielsweise, wer welchen Teil des Projekts übernommen hat oder weshalb Ihr das Thema gemeinsam behandelt.

Welchen Nutzen haben die LeserInnen?

Ein Rückblick darf persönlich sein. Trotzdem sollte er mehr enthalten als «Es war schön».

Teile eine Erkenntnis, einen Tipp, einen Blick hinter die Kulissen oder ein konkretes Ergebnis.

Wissen alle Beteiligten Bescheid?

Überrasche niemanden mit einer Einladung zu einem öffentlichen Beitrag.

Stimme Text, Bild und Aussagen vorher ab. Das verhindert Missverständnisse und wirkt professionell.

Beispiel für einen kollaborativen Beitrag

Ein gemeinsamer Beitrag könnte so aufgebaut sein:

Eine gute Website braucht mehr als ein schönes Design.

Bei diesem Projekt haben wir deshalb unsere unterschiedlichen Stärken verbunden:

Helene entwickelte die Inhalte, die Positionierung und die Struktur.

Stefan kümmerte sich um die technische Umsetzung, die Performance und die Suchmaschinenoptimierung.

Das Ergebnis ist eine Website, die nicht nur gut aussieht, sondern verständlich erklärt, Vertrauen schafft und gefunden werden kann.

Unser wichtigstes Learning aus dem Projekt:

Gute Ergebnisse entstehen dann, wenn Strategie, Inhalt und Technik nicht getrennt voneinander betrachtet werden.

Ein solcher Beitrag zeigt nicht nur das Resultat. Er erklärt gleichzeitig die Zusammenarbeit und die unterschiedlichen Kompetenzen.

Häufige Fragen zu kollaborativen Beiträgen auf LinkedIn

Du kannst aktuell bis zu fünf Mitwirkende zu einem kollaborativen Beitrag einladen. Dabei kann es sich um Kontakte oder LinkedIn-Unternehmensseiten handeln. Die eingeladenen Personen oder Seiten müssen die Zusammenarbeit zuerst bestätigen
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Nein. Nur die Person oder Seite, die den Beitrag ursprünglich erstellt hat, kann den Text bearbeiten sowie Mitwirkende hinzufügen oder entfernen.

Die anderen Beteiligten werden nach der Annahme als Mitwirkende angezeigt, können den Beitrag aber nicht selbst verändern.

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Ja. Du kannst neben persönlichen Kontakten auch Unternehmensseiten einladen. Das ist besonders praktisch bei gemeinsamen Veranstaltungen, Partnerschaften, Kundenprojekten oder Kooperationen zwischen mehreren Unternehmen.

Damit eine Unternehmensseite teilnehmen kann, muss die Einladung von einer berechtigten Administratorin oder einem berechtigten Administrator angenommen werden.

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Nein. Kollaborative Beiträge müssen öffentlich sein. Eine Veröffentlichung nur für Kontakte oder eine eingeschränkte Zielgruppe ist bei dieser Funktion derzeit nicht möglich.

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Ja. Mitwirkende können sich jederzeit selbst aus einem kollaborativen Beitrag entfernen. Danach werden sie nicht mehr als Beteiligte angezeigt und der Beitrag wird ihrem Profil oder ihrer Unternehmensseite nicht mehr zugeordnet.

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Zum Schluss

Die neue LinkedIn-Funktion «Teammitglieder hinzufügen» kann für Selbstständige, KMU, Vereine und Projektteams sehr interessant sein.

Sie macht Kooperationen sichtbarer, verbindet unterschiedliche Netzwerke und kann einem Beitrag zusätzliche Glaubwürdigkeit geben.

Entscheidend ist aber nicht, wie viele Personen Du hinzufügst.

Entscheidend ist, ob die Zusammenarbeit echt ist und der Beitrag für Dein Netzwerk einen Mehrwert bietet.

Ich werde die Funktion bei passenden gemeinsamen Projekten auf jeden Fall testen. Denn gute Zusammenarbeit darf man nicht nur im Hintergrund leben. Man darf sie auch sichtbar machen.

Hast Du die neue Funktion bereits auf Deinem LinkedIn-Profil entdeckt? Und mit wem würdest Du Deinen ersten kollaborativen Beitrag veröffentlichen?

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Wo findest Du die Funktion auf LinkedIn?

Auf dem Desktop gehst Du folgendermassen vor:

  1. Klicke oben auf Deiner LinkedIn-Startseite auf «Beitrag beginnen».
  2. Erstelle Deinen Text und füge bei Bedarf ein Bild, Video, Dokument oder eine Umfrage hinzu.
  3. Klicke oben im Beitragsfenster auf «Teammitglieder hinzufügen» beziehungsweise «Mitwirkende hinzufügen».
  4. Suche nach einem Kontakt oder einer Unternehmensseite.
  5. Wähle bis zu fünf Mitwirkende aus.
  6. Veröffentliche Deinen Beitrag.

Die eingeladenen Personen oder Seiten erhalten anschliessend eine Einladung. Erst nach der Annahme erscheinen sie offiziell als Mitwirkende.
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Da LinkedIn die Funktion schrittweise ausrollt, ist sie möglicherweise noch nicht auf jedem Profil oder bei jeder Unternehmensseite verfügbar.

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Weiterführende Links von LinkedIn

Diese offiziellen LinkedIn-Hilfeseiten kannst Du im Blogbeitrag verlinken:

Über mich

Ich bin Helene Umiker, LinkedIn-Trainerin und Online-Marketing-Managerin. Seit rund 20 Jahren beschäftige ich mich mit digitaler Sichtbarkeit und begleite Selbstständige und KMU dabei, LinkedIn strategisch, authentisch und ohne unnötiges Blabla zu nutzen. In meinen Workshops geht es nicht nur um Funktionen, sondern vor allem darum, wie Du sie sinnvoll für Dein Business einsetzt.

Du möchtest LinkedIn gezielt für Deine Sichtbarkeit und Kundengewinnung nutzen? Dann findest Du hier meinen LinkedIn-Kurs für Selbstständige.